Seniorenheime
Bevor meine Mutter im Februar 2020 verstarb, verbrachte sie einige Wochen im Krankenhaus. Bei jedem Besuch nahm ich meine Gitarre, die Mundharmonika und meine Liedersammlungen von Volksliedern, Chorälen und Weihnachtsliedern mit, die ich vor einigen Jahren angelegt hatte. Das Singen tat meiner Mutter sehr gut. Trotz leichter Demenz konnte sie die Lieder auswendig mitsingen. Seit ihrer Kindheit und Jugend waren die Lieder fest in ihrem Gedächtnis verankert. Fast immer kamen dann noch andere Patienten dazu, die mitsangen und dadurch getröstet und gestärkt wurden.
Das war für mich eine wichtige Erkenntnis. Singen tut nicht nur mir gut 😊. Senioren in Heimen, demente Menschen, alte Menschen zu Hause, die alle nicht mehr viel aktiv sein können und die schweren letzten Wege gehen, finden ganz besonderen Trost in den alten Liedern, die sie als Kind gehört und gelernt haben. Und es geht ihnen wie uns allen: die Liedtexte, die wir als Kinder gesungen haben, können wir auch heute noch zum großen Teil auswendig. Vor allem, wenn jemand mitsingt.
Im September 2020, einer ruhigen Phase der Coronapandemie, konnte ich mit unseren Kindern zu einem klassischen Konzert und Clownerie ins Seniorenheim Umag. Das war der Beginn von regelmäßigen Singstunden. Wir singen meine Lieder, wie auch alte Schlager auf Kroatisch und Italienisch miteinander.
Bei jedem dieser Besuche und Einsätze merken wir, dass wir eigentlich am meisten beschenkt werden.