Über die Mundharmonika

Fast mein Leben lang war ich „Der Junge mit der Mundharmonika“.

Die erste Mundharmonika war ein Geschenk meines Großvaters.

Auf dieser sogenannten diatonischen Mundharmonika, übte ich schon mit 4 Jahren bekannte Melodien so lange, bis ich sie richtig spielen konnte. Diatonisch heißt, dass beim Blasen und Ziehen mehrerer Töne gleichzeitig, immer ein Akkord ertönt.

Ohne Lehrer vor Ort und ohne Internet war es zu dieser Zeit schwer, neue Techniken zu lernen.  Einmal traf ich einen Mundharmonikaspieler, der das Bluesspielen beherrschte. Er zeigte mir, dass man Töne mit sogenannten Bendings herunterziehen und so den markanten Bluessound erreichen kann, den schwarze Musiker in den USA entdeckt hatten. Man nennt diese Mundharmonikas auch Bluesharp. 

Es gab einige klassische Stücke, die ich unbedingt lernen wollte wie z.B. den 5.Ungarischen Tanz von Brahms. Ich entdeckte, dass es auch Mundharmonikas mit Moll Stimmungen gibt. So übte ich mit mehreren Mundharmonikas dieses und andere klassische Stücke.  Dabei ist es möglich durch die sogenannte Zungenschlagtechnik neben der Melodie auch Akkordbegleitung zu spielen.

Fortbildung beim weltbesten Mundharmonikaspieler

Viele tolle Lieder lassen sich auf der Mundharmonika spielen.  Mit den Bluesbendings kann man Töne spielen, die von den Stimmzungen her gar nicht auf den Instrumenten zu finden wären.  Aber es fehlen dennoch einige Halbtöne. 

Vor etwa 10 Jahren hörte ich zum ersten Mal von Howard Levy aus Chicago, dem wahrscheinlich weltbesten Spieler auf der Diatonischen Mundharmonika. Er hatte die virtuose Technik Overblow und Overdraw erfunden, mit der man genau diese fehlenden Töne spielen kann. 

Über die Internetplattform Artistworks auf der man viele Instrumente lernen kann, ist Howard Levy seit 4 Jahren mein Lehrer.  Sein Unterricht ist richtig gut!  Er ist in fast allen Musikarten zuhause.  Ob Irish Folk, Jazz oder Orientalische- Balkan Musik, Klassik, Pop, Blues ……  die Mundharmonika kennt kaum Grenzen. 

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, dieses kleine, coole und oft unterschätzte Instrument zu lernen dann wäre Artistworks (Artistworks.com) mit Howard Lewy für Anfänger, wie professionelle Spieler, eine gute Adresse.

Wie funktioniert der Unterricht?

Man übt ein Stück ein, nimmt man sich selbst auf und lädt das Video hoch. Howard Levy hört sich das an und kommentiert dann mit einem Video das Spielen, gibt Tipps und verbessert.  Notenkenntnisse sind nicht erforderlich, Englischkenntnisse hingegen schon.

Andere Fortbildungsmöglichkeiten

Für Kinder empfehle ich den Unterricht von Chris Kramer auf Deutsch.  Es gibt kostenlose Videos und eine nette interaktive App, die man kaufen kann. Weiter unten habe ich seine tolle Einführungsgeschichte über „Die kleine Mundharmonika“ mit seiner freundlichen Genehmigung verwendet. (diekleinemundharmonika.de)

Wenn Sie kostenlos spielen lernen möchten, gibt es im Internet auch sehr viele Möglichkeiten.  Eine Möglichkeit von Anfang an und auf Deutsch ist: https://youtu.be/6p5uhZ5h2GQ

Meine Publikationen

Mein Mundharmonikaspiel kannst Du auf meinen CDs oder auf Musikvideos hören.  Zu Beidem gibt es Links hier auf der Webseite.
Bisher habe ich nur eines meiner klassischen Stücke ernsthaft auf Video eingespielt.  Mein DMG Kollege Simon Georg hat mich freundlicherweise aufgenommen.
Diese zweistimmige Technik hat auch Howard Lewy erfunden. Auch den Anfang des Stückes hat er mir beigebracht.  Ich konnte dann das ganze Stück mit weiteren Mundharmonikas daraus entwickeln.
In der Zukunft möchte ich gerne noch weitere Stücke als Musikvideos aufnehmen. 
Also bitte dranbleiben, es kommt noch einiges hinzu. 

Jesus bleibet meine Freude

Historische Begebenheiten und Geschichten zur Mundharmonika

Die Lebensretterin

Frank, der ältere Bruder von Jesse James trug eine Mundharmonika in seiner Brusttasche. Man sagt, dass diese Mundharmonika eine Kugel aufgehalten und damit sein Leben gerettet hat.
Viele Soldaten bekamen im 2. Weltkrieg Mundharmonikas mit, wenn sie an die Front mussten.  Es ist schon wegen seiner Größe das am besten geeignetste Instrument.  Es kam vor, dass diese Mundharmonikas in der Brusttasche Kugeln aufgehalten haben.
Zvi, ein junger Jude, hört die Stiefel der SS-Soldaten auf der Straße und dann auf der Treppe. Zwei komplette Jahre hat er in der Wohnung seiner Eltern verbracht, ohne auf die Straße zu gehen, den vorbereiteten Rucksack stets in der Ecke. Die SS-Männer betreten die Wohnung, Zvi packt schnell noch seine Zahnbürste und seine Mundharmonika in die Tasche, als ihn einer der Soldaten auffordert, etwas vorzuspielen. Zvi spielt „Ich hatt’ einen Kameraden“ und rettet sich und seiner Familie damit das Leben.
Ein Amazonasforscher erzählte, wie ihm seine Mundharmonika das Leben gerettet hatte.  als er von Ureinwohnern bedroht wurde.  Er schaffte es, das kleine Instrument herauszuziehen und zu spielen. Die Einheimischen waren sehr angetan und ermutigten ihn weiterzuspielen. „Besonders Mozart hat ihnen gefallen“ sagte der Forscher später.

Hier ein Bild einer durchschossenen Mundharmonika, die einem Soldaten im Krieg das Leben gerettet hat.

Das erste Weltrauminstrument

Dezember 1965: Die Mundharmonika ist das erste Musikinstrument im Weltraum, als Astronaut Walter Schirra „Jingle Bells“ auf einer Hohner Little Lady spielt, die er an Bord des Raumschiffs Gemini 4 geschmuggelt hat.

Im wilden Westen

Mitte des 19. Jahrhunderts haben die Cowboys die Mundharmonika gespielt, um unruhige Herden zu beruhigen, oder um sich selbst auf ihren langen Wegen zu Pferd zu unterhalten.

Heilsames Instrument für Lungenkrankheiten

Studien belegen die Wirksamkeit der Mundharmonika als Atemtrainer. Die positive Wirkung des Mundharmonika-Spiels auf die Lungenfunktion wurde in einigen medizinischen Studien untersucht. Z.B. https://www.univadis.de/viewarticle/chest-2018-mundharmonika-spielen-verbessert-copd-ergebnisse-634036

Berichte aus der Praxis legen nahe, dass regelmäßiges Spielen der Mundharmonika die Lunge stärken kann. Die Mundharmonika ist das einzige Blasinstrument, das beim Ein- und Ausatmen gespielt wird.

Kleines Instrument ganz groß

Abraham Lincoln trug gerne eine Mundharmonika in seiner Tasche. Während der Präsidentschaftsdebatten von 1860 kam Lincolns überheblicher Gegner Stephen Douglas mit seiner eigenen Blaskapelle in den Wahlkampf. Lincoln hingegen zog seine kleine Mundharmonika aus der Tasche und spielte. Gewählt wurde Abraham Lincoln, der sehr bekannt wurde, weil er die Sklaverei abgeschafft hatte.

Eine Geschichte vom Mundharmonikavirtuosen Chris Kramer:

Ich bin die kleine Mundharmonika und ich war bei den Menschen immer sehr beliebt. Allerdings haben mich die anderen Instrumente wegen meiner Größe und der Tatsache, dass ich nicht alle Töne habe, ausgelacht. Eines trüben Tages wurde ich aus der Familie der Instrumente als besseres Spielzeug verstoßen. Ich habe mich so sehr geschämt, dass ich einfach weggelaufen bin. Ich kam zu einem Hafen. Dort habe ich von einer Zukunft in einer neuen Welt gehört. Ich versteckte mich in der Brusttasche eines Reisenden und machte mich auf nach Amerika. Dort angekommen traf ich auf wundervoll singende „People of Color“, die als Sklaven arbeiten mussten. Diese Menschen haben mich so freundlich aufgenommen!
Komm mit auf meine Reise! Ich zeige Dir, was ich alles erlebt habe und wie ich rausgefunden habe, dass in mir mehr steckt, als ich je zu glauben gewagt hätte!

Die letzten beiden Geschichten habe mich besonders angesprochen. Bei Jesus sind oft die Kleinen ganz groß, und das, was die Welt „groß“ nennt, klein.
Im Markusevangelium 10 Verse 13 – 16 lesen wir: Und sie brachten Kinder zu Jesus, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind der wird nicht hineinkommen.  Und er nahm sie in die Arme und segnete sie.
Denken wir an die Geburt Jesu.  Der König aller Könige hat als Zeichen nicht einen Zepter oder einen Thron.  Nein, eine Windel   und eine armselige Futterkrippe:  Lukas 2,7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Zu den verachteten Hirten sagt der Engel: Lukas 2,12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Es gibt noch weitere Beispiele, wo Jesus unsere Maßstäbe, was wirklich „groß“ ist, umdreht.  In Sacharja 9,9 lesen wir: Freue Dich sehr und Jauchze, siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und Er reitet auf einem Esel.

So erinnere ich mich immer wieder an Gottes Maßstäbe, wenn ich meine kleine Mundharmonika spiele.

Frank Bosch
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